ADHS / ADS 

Die wahrscheinlich größte Berufsgruppe, die neben ärztlichem Personal mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen beruflich zu tun hat, sind Pädagog*innen. Diese können gerade mit ihrem didaktischen Know-how Menschen mit ADHS oder ADS in ihren Kompetenzen fördern und Eltern unterstützen. Die besondere pädagogische Fähigkeit liegt in der Phantasie und Individualisierung von Lernschritten. In unserer Beratungspraxis sind die Trainings bzw. Coachings individuell auf die Person abgestimmt. Lernen ist Entwicklung und prospektiv ausgerichtet. Erziehungsfragen und das Errichten eines frühen Stützsystems ist gerade bei ADHS sehr wichtig, um Selbstregulationskompetenzen entwickeln zu können.

Vermuten Sie bei sich eine ADHS oder ADS?

Man bezeichnet Sie als Zappelphilipp und Träumer*in? Lehrer*innen und Eltern verzweifeln oft an auffälligen Verhaltensweisen Ihrer Kinder? Die Besonderheiten sind gefürchtet und stören ihre “normale” Umwelt. Das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ohne oder mit Hyperaktivität (ADS/ADHS) ist die häufigste neuronale Entwicklungsstörung bei Kindern und Jugendlichen.

Der Unterschied zwischen ADS und ADHS ist das „H“, das für „Hyperaktivität“ steht. ADS beschreibt den verträumten oder schusseligen Typ, bei dem normale Arbeiten lange dauern, der sich ständig ablenken lässt. ADHS dagegen betrifft ein Kind in ständiger Bewegung, das nicht stillsitzen kann, den Klassenclown, der sich nicht an Regeln halten kann.


Zwischen diesen Extremen gibt es Mischformen mit verschiedenen Kombinationen der

Symptome und Auffälligkeiten. Mädchen haben häufiger ADS, während Jungen eher mit der Ausprägung ADHS zu kämpfen haben. Nach neusten Erkenntnissen sind zwischen drei und sieben Prozent der Schulkinder von der Störung betroffen, wobei der Anteil der Jungen rund fünfmal größer ist.

Über die Ursachen der Störung kann bisher niemand genaue Angaben machen. Die aktuelle Einschätzung ist die, dass im Gehirn der Informationsaustausch zwischen bestimmten Gehirnbereichen nur unzureichend funktioniert. 

In meiner Beratungspraxis können Sie professionelle Testung und Training erhalten.

Asperger-Syndrom

Werden Sie oder Ihr Kind als autistisch wahrgenommen?


Was ist das Asperger-Syndrom?


Das Asperger-Syndrom gehört zu den Autismus-Spektrum-Störungen. Es handelt sich um eine Besonderheit der Sozialen Interaktion und Kommunikation. Das heißt, Betroffene tun sich schwer, mit anderen Menschen zu interagieren, sich in sie hinein-zu-fühlen und Empathie zu zeigen. Im Laufe des Lebens können Strategien entwickelt werden, mit sozialen Herausforderungen umzugehen und "zu funktionieren".

Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind weltweit rund ein Prozent der Menschen autistisch, 20 Prozent davon wiederum sind betroffen vom Asperger Syndrom. Jungen ungefähr dreimal so oft wie Mädchen. Das Syndrom ist benannt nach dem österreichischen Kinderarzt Hans Asperger, der diese Störung in den 40er-Jahren beschrieb.


Autismus-Spektrum-Störung: die Unterschiede

Der Unterschied zwischen einer Asperger-Autistin/einem Asperger-Autisten und einem Menschen mit (frühkindlichem) Autismus besteht vornehmlich in den sprachlichen Fähigkeiten und der Kommunikation. Kinder mit Asperger-Syndrom zeigen in den ersten Lebensjahren oft nur minimale Auffälligkeiten; sie interessieren sich durchaus auch für ihre Umgebung. Erst im Vorschulalter fallen Schwierigkeiten auf (u. a. Kontaktprobleme, wiederkehrende Verhaltensmuster, Missachten von Regeln beim Spielen, alles wörtlich-nehmen etc.). Dennoch sind diese Symptome beim Asperger-Syndrom meist leichter ausgeprägt als beim frühkindlichen Autismus.

Asperger Syndrom: Merkmale 

  • Die Kommunikation ist eingeschränkt(er). Im Kindesalter entwickelt sich die Sprache bei Kindern mit Asperger-Syndrom in der Regel nicht verzögert, sondern gut bis sehr gut. Erwachsenen Asperger-Autist*innen fehlt manchmal die Fähigkeit, Humor oder Ironie zu erkennen und zu verstehen bzw. weisen einen besonders eigenen, schwarzen Humor auf. Auch auf das, was ihr Gegenüber sagt, einzugehen, fällt ihnen oft schwer. Schmalltalk ist Erwachsenen verhasst.
  • Verhalten und Interessen erscheinen oft stereotyp. Menschen mit Asperger-Syndrom haben häufig ein starkes Bedürfnis nach Ritualen und Wiederholung, Routinen und klaren Abläufen. Veränderungen machen ihnen teilweise Angst bzw. es fehlt häufiger eine Flexibilität in solchen Situationen. Technische Geräte üben u.a. eine Faszination aus. Asperger-Autist*innen arbeiten in technischen, analytischen oder akademischen Berufen. 
  • Die soziale Interaktion ist eingeschränkt. Autistische Menschen haben kein natürliches Verständnis für alle Gefühle, Gedanken oder Erwartungen anderer. Sie haben deshalb Schwierigkeiten, Beziehungen aufzubauen, interessieren sich teils auch gar nicht für andere Menschen. Dadurch verstoßen sie oft ungewollt gegen (gesellschaftliche) Regeln und Normen. Typisch ist es auch, dass Menschen mit Asperger-Syndrom Blickkontakt meiden und weniger Mimik zeigen. Dieses „Abkapseln“ lässt sich schon bei betroffenen Kindern beobachten, sie spielen am liebsten allein.


Sonderbereiche oder Interessen, in denen die Betroffenen überragend gut sind, sogenannte Inselbegabungen, gehören ebenfalls beim Asperger-Syndrom zu den Merkmalen. Das bedeutet, dass sich Menschen mit dem Asperger Syndrom in bestimmten Teilgebieten Dinge extrem gut merken können. Andererseits sind auch logisch-abstraktes Denken, rationale Entscheidungen und Logikverständnis besonders ausgeprägt.
Betroffene können normal bis überdurchschnittlich intelligent (mit Inselbegabung) sein.

Viele autistische Menschen entwickeln besondere Verhaltensweisen. So ernähren sie sich häufig nur von bestimmten, immer gleichen Lebensmitteln. Auch in puncto Schmerz reagieren Menschen mit Asperger-Syndrom mitunter anders: kleinste Berührungen und minimale Geräusche wie ein Stift, der auf den Boden fällt, können Reaktionen auslösen. Teilweise weisen Asperger-Autist*innen Anzeichen einer Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADS) oder Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf. 


Diagnose bei Frauen schwerer als bei Männern

Schon Hans Asperger führte seine Studien ausschließlich mit Jungen und männlichen Jugendlichen durch. Über Jahrzehnte hinweg blieb das Asperger-Syndrom ein scheinbar exklusiv männliches Problem. Oft überkompensieren Frauen sogar und gelten als besonders freundlich, herzlich und kommunikativ. Allerdings leiden sie innerlich permanent unter dem Gefühl, eine Rolle zu spielen und nicht sie selbst sein zu dürfen. Weiterhin nehmen sie - ganz im anzunehmenden Gegenteil - sehr sensibel Schwingungen von anderen Menschen wahr, die sie belasten und mit den sie häufig nicht umgehen können. 
Asperger-Frauen benötigen ebenso Verschnaufpausen, Unterstützung im Haushalt und bei alltäglichen Dingen, auch wenn sie scheinbar natürlich einer geregelten Arbeit und ggf. in einer höheren Position nachgehen. 

"Für eine autistische Mutter, Ehefrau oder berufstätige Frau sind die Erwartungen und Anforderungen an Kommunikation und soziale Kompetenzen häufig nicht mit dem autistischen Bedürfnis nach Rückzug und Beschäftigung mit Sonderinteressen vereinbar. Es findet also eine ständige Abwägung zwischen den Anforderungen und Anpassungsleistungen an die Vorgaben durch Beruf oder Familie und einem notwendigen Ausgleich durch stabilisierende und strukturierende 'autistische Bedürfnisse' wie Rückzug und besonderer Gestaltung von Beziehung und Alltag statt. (...) Die allgemeinen Erwartungen an Spontanität, Flexibilität und kommunikativen Kompetenzen in vielen Berufen stellen für die meisten Asperger-Frauen eine zusätzliche Belastung dar." (Dr. Preißmann: Überraschend anders - Mädchen & Frauen mit Asperger, S. 157)


In meiner Beratungspraxis können sich betroffene Erwachsene und Eltern von Asperger-Autist*innen in Fragen von Entwicklung, Erziehung und Förderung, Beziehung/Ehe beraten und coachen lassen.